Wiehl - Mitreißender Streifzug durch die Welt von Operette, Musical und Filmmusik bei zwei Konzerten des Blasorchesters Siebenbürgen Drabenderhöhe. Von Ute Sommer

Bei gleich zwei Konzerten zum Jahrsauftakt begeisterte das Blasorchester Siebenbürgen Drabenderhöhe, unter Leitung von Dirigent Michael Schumachers, seine Zuhörer am Samstag im Kulturhaus Drabenderhöhe und sonntags in der Wiehltalhalle mit einem Streifzug durch die Klangwelten von Operette, Musical und Filmmusik. 

Nach dem mitreißend, dynamischen Auftakt mit dem Konzertmarsch „Kaiserin Sissi“, der sich an Motiven des gleichnamigen Musicals orientiert, waren die Musiker des Blasorchesters Siebenbürgen Drabenderhöhe bereits solchermaßen auf Betriebstemperatur, dass sich die Herren ihrer kleidsamen Jacketts entledigten und den Liederabend in ihren hübsch bestickten Trachtenhemden fortsetzten. Gemeinsam mit den Musikerinnen, ebenfalls gewandet in die prächtige traditionelle Garderobe, boten sie im weiteren Verlauf des Abends nicht nur einen wahren Ohrenschmaus, sondern auch eine wirkliche Augenweide. 

Mit launigen Kommentaren und wissenswerten Informationen zu den einzelnen Beiträgen sorgte Moderator Jürgen Poschner für die nötige Orientierung während der zweistündigen, klanglichen Entdeckungsreise. Nach Grenzziehung zwischen den Genres Oper, Operette, Musical und Musik- und Tanzfilm ging das Orchester mit „Die ganze Welt ist Himmelblau“, einem Medley von Robert Stolz, in medias res. Mit „Mariand´l“, „Drei weiße Birken“ und dem „weißen Rössl am Wolfgangsee“ fanden sich im Programmablauf legendär eingängige Melodien, denen gekonnte Sologesangs-oder Instrumentalpartien immer wieder Glanzpunkte aufsetzten. 

Auch die Solopolka „Max und Moritz", solistisch interpretiert von Berthold Kreisel (Flügelhorn) und Roland Hientz (Tenorhorn), zauberte die Streiche der beiden Lausbuben meisterlich vor die inneren Augen der Zuhörer. Nach der Pause riss der 1912 komponierte Fliegermarsch des österreichischen Komponisten Hermann Dostal die Zuhörer mit, in der Volksweise Za Svitani, auch bekannt als der Kuckuckswalzer, verliehen die Klarinetten dem markanten Ruf des Vogels lautmalerisches Leben.

  

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Mit glasklarer, kraftvoller Stimme animierte das Gesangssolo von Ann-Kathrin Wischnewske in „Don´t cry for me Argentina“, die Zuhörer zu Bravo-Rufen.] 

 

Für Gänsehautmomente mit ganz großer Musik sorgten die Musiker mit den Evergreens aus der Rockoper „Jesus Christ-Superstar“, dem Musical „Don´t cry for me Argentina“ und den Highlights aus „Dirty Dancing“. Der erste Vorsitzende des Blasorchesters Siebenbürgen Drabenderhöhe, Andreas Bodendorfer, nutzte die Gelegenheit, um auf die gute Gemeinschaft und Kontinuität innerhalb des Ensembles hinzuweisen. Erstmals mit dabei und mit zehn Jahren das jüngste Nachwuchstalent ist Dominik Deppner, ältester aktiver Bläser ist Michael Hartig mit 87 Lenzen. Dazwischen gibt es jede Menge Musiker, die der Gruppe bereits 30, 40 oder sogar 50 Jahre die Treue halten. Nicht ohne Zugaben und mit frenetischem Applaus verabschiedete sich das hingerissene Publikum aus dem unterhaltsam und melodiösen Klang-Streifzug.