Es wird in hundert Jahren noch Siebenbürger Musikanten geben ...

 

 

 

Das Blasorchester Siebenbürgen-Drabenderhöhe hat den Heimattag bereichert

 

 

Obige Adaption des bekannten Liedes mit leicht verändertem Text beschreibt das musikalische Wirken des Blasorchesters Siebenbürgen-Drabenderhöhe am Pfingstwochenende in Dinkelsbühl. Die Landesgruppe des Patenschaftslandes NRW war Mitausrichter des Heimattages in Dinkelsbühl. Auch wir als Blasorchester Siebenbürgen-Drabenderhöhe e.V. hatten uns als eines der wenigen Orchester aus NRW bereiterklärt, uns an dem vielfältigen und abwechslungsreichen Programm zu beteiligen. Am Freitag, den 2. Juni, trafen sich Musiker und ihre Partner, um Gepäck und musikalische Ausstattung im Reisebus zu verstauen. Mit Musik, Gesang und dem einen oder anderen Gläschen Sekt oder Fläschchen Bier wurde die Fahrt nach Dinkelsbühl, geprägt durch eine Welle nicht enden wollenden Staus, so angenehm wie möglich gestaltet. Dieser Heimattag sollte für das Blasorchester etwas ganz besonders werden. Auch unser neuer Dirigent Michael Schumachers, der von den Musikern nur noch „Schumi" genannt wird, war zum ersten Mal mit dabei und hatte sich für das Orchester so einiges vorgenommen. Neben der intensiven Probenarbeit kam ein Marschtraining hinzu, um ein einheitliches Bild während des Umzuges zu gewährleisten.

 

Nach einem tollen Frühstück im Romantica-Hotel Blauer Hecht mussten Instrumente und Zubehör ausgeladen und in einem Raum unter der Schranne verstaut werden. Die wenige freie Zeit bis zum ersten Auftritt nutzten die Musiker unterschiedlich – einige erkundeten die Altstadt Dinkelsbühls, andere genossen die Sonne auf der Tribüne. Der erste Auftritt des Blasorchesters war ein Platzkonzert vor der Schranne. Schnell füllten sich die Ränge der Tribüne und des Schrannenvorplatzes bei beliebten Melodien wie „Es wird in hundert Jahren", „Böhmischer Traum", aber auch „Drei weiße Birken" und „Die Fischerin vom Bodensee", bei denen wir einige der Zuhörer zum Mitsingen animieren konnten. Dem Publikum besonders angetan hatten es unsere frischgebackenen Marketenderinnen, die die Anwesenden mit einem Schnäpschen erfreuten, und, natürlich allen voran unser „Schildjunge" Dominik Depner. Wie ein Fels in der Brandung stand er mit unserem neu gestalteten Schild in sächsischer Tracht vor dem Orchester und war sicherlich eines der beliebtesten Fotomotive dieses Wochenendes. Mit großem Engagement und viel Begeisterung beteiligte er sich an allen Einsätzen des Orchesters.

 

Kurze Zeit später stand schon der zweite Auftritt auf der Tagesordnung. Bereits am Freitag hatten sich einige Mitglieder des Landesverbandes NRW zusammengefunden, um die Krone für die am Samstag stattfindende Brauchtumsveranstaltung zu binden. Zusammen mit unseren Musikerfreunden der Siebenbürger Blaskapelle Herten begleiteten wir das Kronenfest und den Aufmarsch der Trachtengruppen aus NRW. Den Zuschauern bot sich ein tolles Bild mit zahlreichen, vor allem auch jungen Trachtenträgern. Viel Zeit zum Ausruhen hatten unsere Musiker jedoch nicht. Es blieb gerade einmal so viel Zeit, die Tracht gegen ein schwarz-weißes Outfit zu tauschen und schon ging es zurück in den Schrannensaal, wo wir am Abend zum Tanz aufspielten. Knapp sieben Stunden boten wir unserem Publikum ein abwechslungsreiches Programm. Neben Walzer und Polka zogen vor allem auch die flotten Melodien der „Hits der 70er", „Sweet Caroline" oder Connie Francis die Leute auf die Tanzfläche. Das zahlreiche Videomaterial, das schon während der Veranstaltung auf Facebook, Youtube und anderen Plattformen auftauchte, zeigt ein gut gelauntes Orchester beim „Märchenwalzer", die flotten Finger der Klarinetten und Querflöten bei „Launische Mädchen" und ein überaus begeistertes Publikum. Ein herzlicher Dank gebührt dem Thekenpersonal in der Schranne, das das Orchester ausgezeichnet bewirtete – Weinschorlen in großen Biergläsern war das Getränk des Abends unter den Musikern.

 

Der Sonntagmorgen kam schneller als gedacht. Bevor wir uns zum Trachtenumzug aufstellen sollten, ließen wir es uns nicht nehmen, unserem Hotelpersonal ein kleines privates Konzert vor dem Hotel zu geben, um uns so für die hervorragende Unterkunft zu bedanken. Schließlich hatten sich alle Trachtengruppen auf ihrem Platz eingefunden und es konnte losgehen. Während einer Pause spielte das Orchester zur Abwechslung mal keinen Marsch. Mit „Rauschende Birken" und „Böhmischer Traum" unterhielten wir die Menschenmenge – und es dauerte nicht lange, bis die ersten Paare anfingen zu tanzen. Nachdem die letzte Rede der Kundgebung gesprochen und die letzte Zeile der Hymnen gespielt war, ging es für uns bereits weiter. Mit der „Musik zum Mittagstisch" in der Schranne und weiteren zwei Stunden mit toller böhmischer Blasmusik endete unser offizielles Programm. Den Tag ließen die Musiker entweder in der Schranne oder im Zelt ausklingen.

 

Rückblickend können wir als Blasorchester sagen, dass wir ein sehr schönes Wochenende in Dinkelsbühl verbrachten. Wir hoffen, dass wir Ihnen/euch mit unserer Musik eine Freude machen konnten.

 

 

Stephanie Schoger