Dirigent: Michael Schumachers

 

Foto: Günther Melzer - www.melzer.de

 

Flöten (von links):

Franziska Menning, Isabell Stenner, Ulrike-Marie Herberth,

Anna Schuller, Anja Wischnewske und Pia Broos

 Foto: Hans Tschaki

 

Klarinetten(von links):

Hans Ziegler, Katharina Ebner, Andrea Bloos, Stephanie Schoger und Nicole Lovric (fehlend Sophia Schuller, Katrin Widmann und Peter Kasper)

 Foto: Hans Tschaki

 

Saxophone: Thomas Bodendorfer, Haro Schuller und Alvin Tausch (fehlend: Markus Widmann)

 

 Foto: Hans Tschaki

 

Flügelhörner/Trompeten (von links):

Andreas Bodendorfer, Klaus Depner, Klaus Hihn,

Michael Hartig, Stefan Lindner und Berthold Kreisel (fehlend: Kevin Kraus und Ralf Wultschner)

 

Foto: Hans Tschaki

 

Tenor/Bariton (von links):

Roland Hientz, Reinhard Lörinz, Nicole Klein, Jürgen Poschner und Ann-Kathrin Wischnewske

 

Foto: Hans Tschaki

 

Hörner: Georg Kräutner und Michael Herberth

 

Foto: Hans Tschaki

 

Posaunen (von links):

Hannes Herberth, Klaus Poschner, Rudi Welther und Christian Tschaki

 

Foto: Hans Tschaki

 

Tuben: Hans Herberth, Hans Stenner und Gerald Schmidts

 

Foto: Hans Tschaki

 

Schlagzeug: Daniel Homm, Markus Jung und Janis Külchen

 

 Foto: Hans Tschaki

 

 


 

Chronik

 

50 Jahre Gemeinschaftsgeist und Spaß an der Musik 
Aus der Chronik des „Blasorchesters Siebenbürgen-Drabenderhöhe e.V.“

 

In den Jahren 1965 und 1966 wurde der erste und der zweite Bauabschnitt der Siebenbürger Siedlung Drabenderhöhe fertiggestellt und nach und nach von den Siedlern bezogen. Glücklicher-weise befanden sich gleich unter den ersten neuen Drabenderhöher Bürgern „alte“ und erfahrene Musiker, die bereits in Siebenbürgen aktive Bläser in verschiedenen Kapellen gewesen waren.

So trafen sich bereits in den ersten Monaten 16 Musiker regelmäßig zum Musizieren. Bereits im Dezember 1965 konnten durch die großzügige finanzielle Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen die fehlenden Instrumente anschafft werden. 1966 wurde schließlich auf Initiative von Robert Gassner die „Siebenbürger Trachtenkapelle e.V.“ gegründet. Robert Gassner war es auch, der das Blasorchester als 1. Kapellmeister bis 1974 musikalisch leitete. Bei ihrer Gründung bestand die Kapelle aus 16 Mitgliedern. Bis 1970 leitete Ernst H. Salzer die Kapelle als 1. Vorsitzender.

Gemeinsam mit den erfahrenen Musikern Andreas Hinzel und Michael Hartig kümmerte sich Michael Pfingstgräf, sen. viele Jahre federführend um die Förderung des Nachwuchses. Viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit wurden für die Ausbildung der jungen Musiker investiert. So wuchs die Zahl der Mitglieder im Laufe der ersten Jahre stetig an, so dass die Kapelle zum 10-jährigen Jubiläum 48 Musiker zählte.

Bereits am 26. Februar 1966 stellte sich die Kapelle zum erstmal der Öffentlichkeit vor. Es galt Albrecht Kind, dem neugewählten Bürgermeister der Gemeinde Bielstein, zu der Drabenderhöhe damals gehörte, gemäß alter siebenbürgischer Tradition, ein Ständchen zu bringen. Bei der offiziellen Einweihung der Siebenbürger Siedlung, Drabenderhöhe am 18. Juli 1966 musizierten die Musiker bereits im Verband der „Vereinigten Siebenbürger Blaskapellen“. Im Jahr 1966 wurden 20 Einsätze, davon 16 Ständchen in der Chronik vermerkt. Die ersten Kurkonzerte in Wiehl wurden im Jahr 1967 aufgeführt. Weitere Kurkonzerte fanden in Marienheide, Nümbrecht, Ründeroth und Gummersbach statt.

Das Blasorchester trat aber auch außerhalb des Oberbergischen Kreises auf. Es folgten Auftritte in Hamburg, Bielefeld, Bad Salzuflen, Nierswalde, Essen, Goch, Düsseldorf, Köln, Bonn, Neu-Isenburg, Wuppertal und Saulheim. 1967 übernahm die Kapelle gemeinsam mit der Trachtenkapelle Oberhausen die musikalische Umrahmung des Heimattages in Dinkelsbühl. Früh wurden auch Reisen nach Österreich unternommen und die bis heute bestehenden engen Freundschaften zu den Orchestern in Elixhausen und Munderfing gepflegt.

Im Jahr 1969 war die junge Kapelle Ausrichter des 12. Musikerfests der „Vereinigten Siebenbürger Blaskapellen des Landes NRW“ und empfing die Siebenbürgischen Blasorchester aus Herten, Oberhausen, Setterich und Mudering. Die vereinigten Blaskapellen waren 1956 in Oberhausen-Sterkenrade gegründet worden. Ein Initiator der Gründung war Michael Baier, der den Vorsitz der Drabenderhöher Trachtenkapelle 1970 von Ernst Salzer übernahm und bis 1987 ausübte.

Den musikalischen Höhepunkt der ersten Jahre bildete 1972 die Konzertreise durch die USA und Kanada. In drei Wochen wurden 10 Konzerte gespielt und über 8000 km zurückgelegt. Konzertorte waren Youngstown, Salem, Erie, Cleveland, Columbus, Chicago, Detroit, Windsor, Aylmer und Kitchener.

Nach achtjähriger musikalischer Leitung, übergab Robert Gassner am 20 April 1974 den Taktstock an seinen langjährigen 2. Kapellmeister Michael Hartig. Die Musiker drückten ihren Dank und ihre herzliche Verbundenheit aus, indem sie Robert Gassner einstimmig zum Ehrendirigenten wählten.

Im Juli 1975 hatte die Kapelle die „Girls Brigade Band“ aus Ormskirk (England) zu Gast. Die freundschaftliche Beziehung wurde 1978 bei einer Konzertreise durch England vertieft.

Pünktlich zum 10. Geburtstag erschien im Juni 1976 die erste Schallplatte unter der musikalischen Leitung von Michael Hartig. Das Jubiläum wurde im Rahmen des 10-jährigen Bestehens der Siedlung und des 20-jährigen Bestehens der „Vereinigten Siebenbürgischen Blaskapellen“ gebührend gefeiert.

Die Trachtenkapelle mit ihren über 40 Mitgliedern war nun längst zu einer festen Institution in Drabenderhöhe geworden und weit über die Grenzen des Ortes bekannt. In den Jahren 1981 bis 1989 unternahmen die Musiker Fahrten nach Bozen, Budapest, Traun, Prag, Elixhausen, Wien, Leoning und München. Im März 1987 übergab Michael Baier den Vorsitz an Reinhard Lörinz, der dem Verein bis 2007 vorstand. Aufgrund seiner großen Verdienste wurde Michael Baier einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Im Jahr des 25-jährigen Jubiläums 1991, bestand die Kapelle aus 34 Musiker und 3 Marketenderinnen. 1993 übergab Michael Hartig den Dirigentenstab an Hans Frim, der das Orchester bis Juli 2002 leitete. Michael Hartig wurde aufgrund seiner Verdienste zum Ehrendirigenten ernannt und ist auch heute noch aktives Mitglied des Orchesters.

Ab 2002 übernahm Jürgen Poschner als 1. Dirigent die musikalische Leitung und brachte eine moderne Note ins Repertoire des Orchesters. 2003 veröffentlichte das Orchester die erste CD, die traditionelle Walzer, Polkas und Märsche sowie Gesangsstücke und moderne Arrangements vereinte. Das Orchester bestritt unter der Leitung von Jürgen Poschner und seinem 2. Dirigenten, Stefan Linder jährlich ca. 35 Auftritte in und außerhalb des Ortes. Die Kapelle unterstützte das Gemeindeleben und sorgte für den musikalischen Rahmen vieler Feste und Umzüge in und um Drabenderhöhe. Besondere Höhepunkte waren die Besuche der vier Bundespräsidenten Karl Carstens (1980), Richard von Weizäcker (1986), Roman Herzog (1995) und Johannes Rau (2004) in Drabenderhöhe, die das Orchester musikalisch begleitete.

Besonders hervorzuheben ist die effiziente Jugendarbeit des Vereins, die 2006 neu organisiert wurde. Die Kinder werden seitdem im Rahmen eines Nachwuchsprogramms gezielt gefördert. Die jungen Musiker erhalten professionellen Unterricht und werden im Jugendorchester musikalisch an das „große“ Orchester herangeführt.

2007 übergab Jürgen Poschner die musikalische Leitung des Orchesters an Heinz Rehring und übernahm das Amt des 1. Vorsitzenden von Reinhard Lörinz. Als ausgebildeter Musiker war Heinz Rehring lange Jahre beim Musikkorps der Bundeswehr aktiv gewesen. Dank harter Proben gelang es dem Orchester sich unter seiner Führung musikalisch weiterzuentwickeln. Es kam zu einer Steigerung der Qualität und einer Erweiterung des Repertoires. Seit der Neubesetzung des Dirigats umfasst unser Repertoire eine weite Spannbreite, sodass von traditioneller Blasmusik über Jazz, Filmmusik und Musicals bis hin zur konzertanten Blasmusik alles vertreten ist, was das Musikerherz höher schlagen lässt. Auch in der Jugendarbeit hat sich einiges getan. Dank effizienter Arbeit und Werbung bei verschiedenen Veranstaltungen haben mehrere Jungmusiker den Weg ins Orchester gefunden, die heute zu den Stammspielern zählen. Besonders der Bereich der Holzbläser konnte so beachtlich erweitert werden. In den letzten Jahren tut sich nun auch im Blechregister etwas.

Zu den musikalischen Schwerpunkten eines Orchesterjahres zählen Auftritte bei Schützenfesten, Erntedank- und Oktoberfesten sowie das Frühjahrs- und Herbstkonzert. Das Herbstkonzert wurde erstmals 2007 unter der musikalischen Leitung von Heinz Rehring geplant und mit großem Erfolg durchgeführt. Die Konzerte fanden so großen Anklang in Drabenderhöhe und Umgebung, dass sie mittlerweile aus dem Veranstaltungsplan nicht mehr wegzudenken sind und nun zu den Höhepunkten im Jahr gehören. Das Orchester überzeugt hier vor allem durch eine gelungene Mischung verschiedener Musikrichtungen quer durch die Musikgeschichte, sodass für jeden Zuhörer etwas dabei ist.

Nach einem erneuten musikalischen Wechsel leitete ab 2011 der Profimusiker und gebürtige Scharoscher Johann Salmen das Orchester. Seinem Gespür für Musik, dem fachlichen und pädagogischen Wissen sowie seiner Heimatverbundenheit ist es zu verdanken, dass das musikalische Können des Orchesters sich kontinuierlich weiterentwickelte und trotz manch harter Proben der Spaß an der Musik nie zu kurz kam.

Neben diesem Dirigentenwechsel standen 2012 auch Neuwahlen des Vorstandes an. Jürgen Poschner übergab nach intensiver Vorbereitung seiner Nachfolge, den Vorsitz in jüngere Hände und unterstützte den Vorstand weiterhin als 2. Vorsitzender. Andreas Bodendorfer, 1. Flügelhornist und damals 24 Jahre jung, wurde einstimmig zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Eine neue Ära begann nun im Orchester und nach und nach wurden immer mehr Aufgaben an die jüngere Generation übergeben. Ein Prozess, der im Jubiläumsjahr weitgehend abgeschlossen ist. Zudem ist Andreas Bodendorfer auch Vorsitzender der „Vereinten Siebenbürgischen Kapellen von NRW und Wolfsburg“, die sich seit 1956 zu jährlichen Musikertreffen in den unterschiedlichen siebenbürgischen Siedlungen zusammenfinden. Die Musikerfeste von 2008 bis 2015 fanden abwechselnd in Drabenderhöhe, Herten und Setterich statt und förderten den kollegialen und musikalischen Austausch unter den Orchestern. Damit hat sich eine Veranstaltung etabliert, die in jedem Jahr ein großer Erfolg mit großem Spaßfaktor ist und die man nicht mehr missen möchte.

Während des Herbstkonzertes 2012 wurde Michael Hartig, Gründungsmitglied des Orchesters, langjähriger Kapellmeister und Ehrendirigent, mit dem Verdienstabzeichen „Pro Meritis“ des Verbandes der Siebenbürger Sachsen ausgezeichnet. Seit 65 Jahren ist Michael Hartig leidenschaftlicher Musiker und setzt sich unermüdlich für die Pflege des siebenbürgisch-sächsischen Kulturguts ein. Damit hat er sich große Verdienste um die Integration der Siebenbürger Sachsen in Drabenderhöhe erworben. Das aus seiner Feder stammende Lied „Heimat“, eine Hommage an die neue Heimat in Drabenderhöhe, wurde von Chor und Orchester zu seinen Ehren erstmals aufgeführt und machte die Überraschung des Abends perfekt.

2013 gestaltete das Orchester zusammen mit der Tanzgruppe und dem Honterus-Chor, Drabenderhöhe den Heimattag in Dinkelsbühl. Neben der Eröffnung und dem Festakt wurden Platzkonzerte vor der Schranne und auf dem Siebenbürger Markt sowie ein Frühschoppen im Festzelt gespielt. Höhepunkt war die Teilnahme des Orchesters am großen Trachtenumzug. Es war ein Wochenende voller Musik und Gemeinschaft.

Im darauf folgenden Jahr 2014 begab sich das Orchester auf Einladung des „Deutsch-Siebenbürgisch-Rumänischen Freundeskreises Wiehl-Bistritz e.V.“ auf große Fahrt nach Siebenbürgen, um die Veranstaltungen zum Evakuierungsgedenken und die Unterzeichnung der Städtepartnerschaft Wiehl-Bistritz vor Ort musikalisch zu umrahmen. Neben der Eröffnung der Ausstellung zur Flucht und Evakuierung der Siebenbürger Sachsen aus Nordsiebenbürgen, hatte das Orchester die Ehre, den Festgottesdienstes und die Einweihung des Denkmals zu Ehren der Evakuierung von 1944, musikalisch zu begleiten. Während dieses beeindruckenden Wochenendes lernten wir die herzliche Gastfreundschaft der Bistritzer kennen und verbrachten so manche schöne Stunde zusammen.

Natürlich darf neben den Proben, die dem Dirigenten und den Musikern manchmal viel abverlangen, der Spaß nicht zu kurz kommen. Jährliche Ausflüge und Reisen (z.B. nach Tschechien, ins französische Hem oder ins nahe gelegene Meckenheim) gehören ebenso zum Orchesterleben wie das jährlich stattfindende Sommerfest. Diese Aktivitäten bieten die Möglichkeit zum gegenseitigen Kennenlernen und zur Pflege der Gemeinschaft im Orchester.

Ein Fazit nach 50 Jahren Orchester lässt sich in einigen knappen Worten abschließend zusammenfassen: Gemeinschaft und Freude – Musik verbindet uns mit unsichtbaren Fäden und belebt unseren Alltag.

 

Stephanie Schoger, Haro Schuller